Kreisbau-Mieterin als SWR-Sportheldin des Jahres 2017 gewählt

Bereits im Dezember 2017 wurde in der Live-Sendung ,,Sport im Dritten“, des SWR-Fernsehens der Sportheld/die Sportheldin des Jahres 2017 gewählt. Seit Ende November hatte man als SWR-Zuschauer die Möglichkeit auf der SWR-Homepage aus fünf verschieden Helden den Sieger zu wählen.

Frau Sarah Kornau, Mieterin und Mitglied der Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen eG, wurde mit 36,9 Prozent der Stimmen als Sieger gekürt.

Unsere Mitarbeiter Dieter Hacker und Alexander Polzer kannten das bewegende Schicksal der sympatischen Mieterin bereits und haben keine Gelegenheit ausgelassen um für Stimmen bei den Mitarbeitern zu werben und sich bei der Internet-Abstimmung zu beteiligen.

Ohne Vorzeichen stirbt plötzlich innerhalb von nur 10 Tagen die Leber der leidenschaftlichen Tischtennisspielerin ab. Dadurch vergiftet sich ihr ganzen Körper. Sie selbst sagt über sich: „Ich wollte leben. Ich wusste natürlich, dass ich zu schwach war, ich wollte aber einfach nicht gehen“. Die 34-jährige Sportlerin gibt sich nicht auf und kämpft sich mit erstaunlichem Erfolg ins Leben zurück.

Im Jahr 2014 bekommt Frau Kornau ein Spender-Organ und blieb deshalb am Leben. „Einen Tag später wäre ich tot gewesen“, berichtet sie. Täglich muss sie viele Medikamente nehmen, damit ihr Körper das Spenderorgan nicht abstößt. Die Nebenwirkungen sind so enorm, dass durch den Medikamenten-Mix die Knochen brechen. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl. Diese Erkrankung ist ein extrem seltener Fall und Frau Kornau kennt keine anderen Transplantations-Patienten dem es auch so ergeht. Jedoch ist dies für sie kein Hindernis ihren Lieblingssport ausführen zu können.

Ein halbes Jahr später stand die Sportlerin wieder dort, wo Sie sich am wohlsten fühlt: an der Tischtennisplatte. Dort kann sie auch die Krankheit vergessen. Sie spielt mittlerweile in der Landesklasse, auch gegen „Fußgänger“, wie sie sagt. Oftmals wird Sie unterschätzt und belächelt, doch die Antwort gibt sie im Match. Sie ist Europameisterin 2016 im Einzel, Doppel und Mixed bei den Transplantierten. Damals konnte sie noch ohne Rollstuhl spielen, auf Grund der Krankheit ist sie seit Mitte des Jahres auf den Rollstuhl angewiesen, Bei den Weltspielen im Sommer 2016 in Malaga verlor sie nur knapp gegen die spätere Nummer Eins und holte sich die Bronze-Medaille. Viel wichtiger aber als alles Edelmetall ist: Sie hat den Kampf zurück ins Leben gewonnen. Dieser Sieg bedeutet viel mehr als alles andere.

Am Mittwoch, den 17.01.2018 statteten Dieter Hacker und Alexander Polzer der symphytischen Europameisterin einen Besuch ab. Hier sprach sie mit uns unter anderem über die vielen Krankenhausaufenthalte in der sie viele Freundinnen gewonnen hat, über ihre weiteren sportlichen Ziele und über das ihr sehr wichtige Thema Organspende.

Ihr Ziel ist es, bei den nächsten Deutschen Meisterschaften der Transplantierten 400 Meter zu laufen, nicht als Wettkampf, hier zählt für Sie der Olympische Gedanke, dabei sein ist alles. Mit ihrem Teampartner hat sie vereinbart, dass er sie zur Not auch über die Ziellinie trägt.

Was ihr sehr wichtig ist, ist die Bedeutung von Organspenden. Es ist dreimal so wahrscheinlich, dass man ein Organ benötigt, als dass man Spender sein kann. Die Zahlen gehen seit Jahren zurück. 81% der Deutschen würden einer Spende zustimmen, aber nur ca. 30% haben einen Organspendeausweis. Jeder Spender kann bis zu 8 Menschenleben retten. So wie bei ihr. Das Gespräch zum Thema Organspende hat auch unsere Mitarbeiter zum Nachdenken bewegt.

Das gesamte Kreisbau-Team gratuliert Frau Kornau zu den sportlichen Erfolgen und wünscht ihr für ihren weiteren Lebensweg alle Gute.

Text und Bild: Alexander Polzer & Dieter Hacker

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